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Redaktion und Review
Themenauswahl und Redaktion
Gaby Schweizer
Fachliches Review:
Dr. Henrik Saalbach
bis August 2011: Prof. Dr. Michael Schneider
Schreibaufgaben werden in der Regel von der Lehrperson kommentiert und bewertet – ob es sich nun um einen Aufsatz, eine Zusammenfassung oder den Beschrieb eines naturwissenschaftlichen Experimentes handelt. Doch auch Schülerinnen und Schüler können die Texte ihrer Kollegen begutachten – und lernen dadurch, die eigene Textqualität zu verbessern.
In der Regel kommentieren Lehrpersonen die Texte von Schülern. Doch auch Schülerinnen und Schüler können voneinander profitieren: Laut verschiedenen Studien kann schriftliches Feedback unter Schülern ("Peer Review") beträchtliche Lernerfolge bewirken. Ein möglicher Grund: Wer das Feedback einer Mitschülerin oder eines Mitschülers erhält, begutachtet und hinterfragt dieses kritischer als eine Rückmeldung der Lehrperson (denn es könnte ja was Falsches drinstehen) – was eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Stoff bedingt und das Lernen schlussendlich fördert (siehe Newsticker vom 17. Mai 2010).
Weniger gut erforscht ist die Frage, ob auch das Geben (nicht nur das Erhalten) von schriftlichem Schüler-Feedback die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Stoff fördert.
Eine neue Studie aus der Fachzeitschrift "Instructional Science" bestätigt die bislang eher dürftige Datenlage: Wer die Textinhalte seiner Kolleginnen oder Kollegen kommentiert, lernt dadurch, die Qualität* der eigenen Texte zu steigern.
Untersucht wurden 87 Physikstudierende aus dem ersten Semester, die einen Laborreport schreiben mussten (Abstract, Einführung, Theorie, Materialien, Datenanalyse, Resultat und Schlussfolgerung). Alle Studierenden waren sowohl Geber als auch Empfänger von Gutachten (worauf sie die eigenen Texte aufgrund des erhaltenen Feedbacks revidierten).
Die Forscher untersuchten dabei die Art der Kommentare, zum Beispiel betreffend Fokus, Textentwicklung, Organisation oder Stichhaltigkeit der Argumente. Die wichtigsten Befunde:
Fazit: Die Befunde der Studie "unterstützen die Hypothese, dass die eigene Textqualität durch das Kommentieren anderer Texte gefördert wird", schreiben die Autoren. Sie empfehlen, dass Lehrpersonen ihre Schülerinnen und Schüler mit gezielten Fragen durch den Review-Prozess führen, so dass die Lernenden nicht Gefahr laufen, sich auf oberflächliche Merkmale zu beschränken.
* Die Qualität eines Textes wurde definiert als der Durchschnitt aller Noten, welche die Peer-Reviewer einem Text gaben. Stichprobenartige Vergleiche mit der Notengebung von Experten ergaben eine "akzeptable" Übereinstimmung, schreiben die Autoren.
Quelle:
Young Hoan Cho and Kwangsu Cho: Peer Reviewers learn from giving comments
Instructional Science, published online: 11 August
20. September 2010
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