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Die Bedeutung der Neurowissenschaften für die empirische Lehr- und Lernforschung

neurons

Dank der zahlreichen Fortschritte auf dem Gebiet der Neurowissenschaften verfügen wir heute über umfassendere Erkenntnisse über menschliches Lernen und geistige Entwicklung als noch vor einem Jahrzehnt, denn bildgebende Verfahren können uns zum Beispiel Informationen über die Unterschiede zwischen den Gehirnzuständen von Menschen mit normaler geistiger Entwicklung sowie normalen Lernfähigkeiten und Menschen mit Entwicklungsstörungen sowie eingeschränkten Lernkompetenzen liefern.

So haben Einsichten in die Gehirnfunktionen von Schülern mit Lese-Rechtschreibschwäche (Dyslexie) dazu beigetragen verständlich zu machen, aus welchen Gründen normale Unterrichtsmethoden in manchen Fällen erfolglos bleiben (Goswami 2004). Die Entdeckung solcher durch das Gehirn bedingter Einschränkungen für das Lernen hat eine fortdauernde Diskussion darüber ausgelöst, inwieweit Ergebnisse der Hirnforschung generell dazu geeignet sind, eine Grundlage für die Verbesserung von Unterrichtsmethoden bereitzustellen.

Während einige Autoren Leitideen dafür skizziert haben, wie sich pädagogische, psychologische und neurowissenschaftliche Forschungen zum menschlichen Lernen integrieren ließen (Ansari & Coch 2006, Blakemore & Frith 2005), haben andere Autoren vor unrealistischen Erwartungen an die Neurowissenschaften gewarnt (Bruer 1997, 2002, Goswami 2005, Schumacher 2007) und auf die Gefahr hingewiesen, dass dabei die weitaus besser ausgearbeiteten Theorien zur Verbesserung schulischen Lernens der psychologischen Lehr- und Lernforschung ignoriert werden (Stern 2005).

In diesem Projekt geht es daher um die Fragen nach der Bedeutung der Neurowissenschaften für die psychologische und pädagogische Forschung zum menschlichen Lernen: Worin besteht der spezifische Beitrag der Neurowissenschaften zu diesen Forschungen – und welche psychologischen und pädagogischen Fragestellungen lassen sich durch neurowissenschaftliche Untersuchungen grundsätzlich nicht entscheiden?

Kontakt: Ralph Schumacher

 

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