|
|||||||||||
Redaktion und Review
Themenauswahl und Redaktion
Gaby Schweizer
Fachliches Review:
Dr. Henrik Saalbach
bis August 2011: Prof. Dr. Michael Schneider
Gerechtigkeit ist im Schulalltag ein wichtiger Begriff: Schülerinnen und Schüler wollen gerecht beurteilt werden und Lehrpersonen versuchen, gerecht zu urteilen. Laut Studien tendieren Lehrpersonen eher dazu, Schülerleistungen zu überschätzen, doch es gibt auch Fälle von Unterschätzungen. Wie oft kommen diese vor und was sind ihre Folgen? Zwei Studien in Deutschland und China sind der Frage nachgegangen.
Es gehört zum Kerngeschäft des Lehrerberufes, Leistungen von Schülerinnen und Schüler zu beurteilen. Studien stellen Lehrpersonen diesbezüglich relativ gute Zeugnisse aus, auch wenn Lehrerpersonen generell zu einer leichten Überschätzung der Schülerleistungen neigen. Kein Schüler wird etwas dagegen haben, wenn er überschätzt wird. Doch wie ergeht es jenen Schülerinnen und Schülern, die unterschätzt werden? Welche Auswirkungen hat eine Unterschätzung auf das Selbstkonzept, die Erfolgserwartung oder beispielsweise die Prüfungsangst?
Zwei Studien in Deutschland und China sind diesen Fragen nachgegangen. In beiden Ländern wurde Viertklässlern ein standardisierter Mathematiktest vorgelegt. Danach füllten die Schülerinnen und Schüler einen Fragebogen aus, der zum Ziel hatte,
der Schülerinnen und Schüler zu erheben. In Deutschland nahmen 144 Viertklässlerinnen und Viertklässler an der Studie teil, in China waren es 272.
Die Klassenlehrpersonen der Schülerinnen und Schüler mussten abschätzen, wie gut ihre Schülerinnen und Schüler im Test abschneiden würden und wie diese sich selber einschätzten. In beiden Ländern wiesen die Lehrerinnen und Lehrer eine Berufserfahrung von durchschnittlich 12 - 14 Jahren auf.
Resultate:
Wie kommt es, dass leistungsmässig gleich gute Schülerinnen und Schüler derart verschiedene Selbstkonzepte aufbauen? "Zum einen können Lehrpersonen im Sinne einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung Einfluss auf die Motivation und das Selbstkonzept der Schülerinnen und Schüler ausüben. Zum anderen können Schüler im Sinne einer Selbstbewahrheitung sich an die Vorstellungen der Lehrpersonen anpassen", schreiben die Autorinnen und Autoren in der "Zeitschrift für Pädagogische Psychologie". Lehrererwartungen schlagen sich ausserdem in Verhaltensweisen wieder: Laut Studien unterhalten sich Lehrpersonen zum Beispiel länger und häufiger mit guten Schülern (die sie als gut wahrnehmen) und erklären Fehler gründlicher.
Obwohl die Studie keine direkten kausalen Schlüsse zulässt (Korrelationen sagen nichts über Ursache und Wirkung aus) demonstrieren die Ergebnisse Verlässlichkeit über Kulturgrenzen hinweg. Laut den Autoren ist es deshalb "geboten, unterschätzten Schülerinnen und Schülern mehr Aufmerksamkeit zu Teil werden zu lassen und sie emotional und motivational besser zu unterstützen."
Quelle:
Urhane D. et al (2010): Motivationale und affektive Merkmale unterschätzter Schüler
Zeitschrift für pädagogische Psychologie, 24 (3-4), 275-288
29. April 2011
Wichtiger Hinweis:
Diese Website wird in älteren Versionen von Netscape ohne
graphische Elemente dargestellt. Die Funktionalität der
Website ist aber trotzdem gewährleistet. Wenn Sie diese
Website regelmässig benutzen, empfehlen wir Ihnen, auf
Ihrem Computer einen aktuellen Browser zu installieren. Weitere
Informationen finden Sie auf
folgender
Seite.
Important Note:
The content in this site is accessible to any browser or
Internet device, however, some graphics will display correctly
only in the newer versions of Netscape. To get the most out of
our site we suggest you upgrade to a newer browser.
More
information